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Zusammenfassung des zweiten Kongresstages

Professor Nossrat Peseschkian aus Wiesbaden, Leiter der Internationalen Akademie für Positive und Transkulturelle Psychotherapie und Begründer der Positiven Psychotherapie, berichtete heute von seinen Erfahrungen in der Arbeit mit Patienten aus 33 verschiedenen Kulturen. Für ihn stellt sowohl Glaube ohne Vernunft als auch der kalte Materialismus eine Verzerrung dar. In der Positiven Psychotherapie werden auch Aspekte der Weltanschauung und der Religion berücksichtigt. Die Frage nach dem Sinn stellt sich jeder Mensch und kann in der Psychotherapie nicht ausgeklammert werden.

Professor Reinhard Haller, Drogenbeauftragter der Vorarlberger Landesregierung und internationaler Experte für Kriminalpsychiatrie (Begutachter im Fall Unterweger) zeigte historische Aspekte der Determinismus Debatte auf. Vor allem Vertreter der Neurobiologie würden manchmal die Existenz eines freien Willen des Menschen bestreiten. Haller konstatierte, dass die Datenlage dies nicht zulassen würde. Nicht alles sei mit neurobiologischen Methoden erfassbar. Es gibt eine gewisse Schuldfähigkeit des Menschen, ein Faktum, das für das Strafrecht Relevanz besitzt.

„Heute herrscht die Gesundheitsreligion majestätisch als höchstes Gut“ kritisierte Manfred Lütz, Psychiater, Philosoph und Theologe, sowie Autor des Bestsellers „Lebenslust“ in einem fulminanten Vortrag. „Durch den Gesundheitswahn werden der chronisch Kranke oder Behinderte zu Menschen zweiter Klasse“, warnte er.

Lütz zitierte eine Studie, wonach in Holland zahlreiche Euthanasierungen auch schon ohne Zustimmung der Betroffenen durchgeführt werden. Diesbezüglich stellte er fest: „Wenn der Damm einmal gebrochen ist, dann gibt es keinen Halt mehr“. Er sprach sich für eine „bescheidene Psychotherapie“ aus, die zugibt, nicht alles machen zu können. Psychiater, die sich für die eigentlichen Sinngeber halten, werden zu Gurus.

Hoffman und Laun referierten zu dem brisanten Thema Kirche und Pädophilie. „Pädophilie kann man nicht wegtherapieren“, leitete Hoffman in das Thema ein, aber durch Hormontherapie und eine differenzierte psychotherapeutische Behandlung könne eine Reduktion der Symptome erreicht werden.

Laun verwies darauf dass es sich bei Pädophilie nicht um ein spezifisch kirchliches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt. Man habe auch in der Kirche in den letzten Jahren viel dazu gelernt.

Kapfhammer behandelte das Thema der pathogenen Religiosität. In diesem Zusammenhang wurden der internationale Terrorismus und verschiedene Selbstmordsekten thematisiert.

Bonelli zitierte eine Vielzahl von aktuellen Studien aus renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften, die positive Effekte von Religion und Religiosität auf den Krankheitsverlauf psychischer Krankheiten zeigten.

 
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