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Hofmann: "Zeit für Geist" statt "Zeitgeist"

Der Grazer Psychiater Peter Hofmann arbeitete in einem sehr pointierten Vortrag die dynamische Wechselwirkung von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren bei der Genese psychischer Erkrankungen heraus. Als problematische, wenn nicht gar pathogene Faktoren nannte er für unsere Gesellschaft die extreme Individualisierung, Stress und Schnelllebigkeit, Sinnentleerung durch Säkularisierung, das Diktat des Kapitals sowie die industrielle Sexualisierung.

Während Demenzerkrankungen einfach mit der gestiegenen Lebenserwartung korrelieren und Depressionen eher häufiger diagnostiziert werden als wirklich signifikant zunehmen, sind Suchterkrankungen deutlich im Steigen. Hofmann forderte in diesem Zusammenhang auch einen stärkeren Einsatz der Politik durch restriktivere Gesetzgebung, besonders bezüglich Suchtmittel oder Glücksspiel. Alle gesellschaftlichen Kräfte aber sind gefordert, zu einem Umdenken in Wertefragen beizutragen.

Persönlich schloß Hofmann mit dem Rat, man soll weder "Lebensweisheits-Schrott-Verkäufern" trauen, noch sein Leben "second life" im Internet generieren, sondern sich schlichtweg Zeit für den Geist nehmen.

 
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