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Kongress RPP 2007 eröffnet

Der Kongress Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie hat am 11.10 wie geplant um 15 Uhr in der großen Aula der Karl-Franzens-Universität begonnen. Die Anwesenheit von über 1200 Vertretern aus Psychiatrie, Psychotherapie, Psychologie, Philosophie und Theologie zeigen das große Interesse, das dem Kongress entgegengebracht wird.

Der Klinikvorstand der Psychiatrie in Graz und Veranstalter des Kongresses Hans-Peter Kapfhammer sprach in seinen Grußworten davon, dass ihn die Resonanz auf den Kongress schlicht überwältigt habe. Was er anfangs als ein relativ harmloses Unterfangen ansah, entwickelte sich zu einem „hot topic“. Kapfhammer bemerkte kritisch, Religion sei für viele Patienten zwar ein bedeutendes Thema, in der Psychiatrie werde dieses aber oft zu wenig beachtet.

Darüber hinaus ging er auf die Kontroversen im Vorfeld des Kongresses ein. Er bekräftigte noch einmal, dass ungeachtet medialer Verzerrungen niemand von den Organisatoren und Leitern des Kongresses der Auffassung sei, dass Homosexualität therapiert werden sollte. Er stellte klar, dass auch niemand im Bereich der Psychiatrie Exorzismus als eine legitime psychiatrische Behandlungsmethode ansieht. Dennoch müsse ein demokratisches und kontroversielles Gespräch möglich sein.

Kapfhammer dankte dem Kongressleiter Doz. Raphael Bonelli für seine unglaubliche Leistung bei der Organisation des Kongresses und sein unermüdliches Engagement, ohne welches der Kongress nicht zustande gekommen wäre.

Auch der katholische Bischof Egon Kapellari gratulierte den Veranstaltern zur „unierenden Leistung“ des Kongresses und drückt seine Freude darüber aus, dass hier der „homo religiosus“, der religiöse Mensch im Mittelpunkt steht. Er lud alle Vortragende und Organisatoren, insgesamt 150 Personen, zu einem Mittagessen ein.

Der evangelische Superintendent Hermann Miklas beobachtet, dass immer mehr Vertrauen zwischen Medizin und Seelsorge erkennbar sei. Er forderte ein, dass beide Seiten in manchen Bereichen ehrlich zugeben müssen, dass hier die jeweilige Kompetenz endet.

Prof. Michael Musalek, Präsident der ÖGGP, dankte ebenfalls den Organisatoren, die trotz der Schwierigkeiten im Vorfeld etwas Besonderes geschafft hätten. Musalek ist der Überzeugung, dass man nicht so tun könne als ob es zwischen den Disziplinen keine Überschneidungen gäbe. Der Mensch als ein spirituelles Wesen sei in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung der letzten Jahrzehnte eindeutig zu kurz gekommen. Dialog sei deswegen unbedingt notwendig.

Am Schluss kam der Kongressleiter Doz. Raphael Bonelli selbst zu Wort. Er stellte die tragenden Stützen des Organisationskomitees vor und bedankte sich bei den über 50 Volunteers, von denen manche Monate lang neben dem Studium intensiv für den Kongress gearbeitet haben.

Als einen wichtigen Grundsatz des Kongresses forderte Bonelli den behutsamen Umgang mit Religiosität und stellt diesbezüglich eine „neue Sachlichkeit“ in der Diskussion fest. Ein Kongress dieser Art wäre seiner Ansicht nach vor 10 Jahren nicht möglich gewesen.

 
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